Nachrüstung von Solarstromanlagen (50,2 Hz-Problem)

Die Erneuerbaren Energien übernehmen einen immer größeren Teil der Stromversorgung in Deutschland. Deshalb müssen und können sie auch immer mehr zur Systemstabilität beitragen. Durch ein Update der Wechselrichter in den Solarstromanlagen soll schließlich verhindert werden, dass sich alle betroffenen Anlagen gleichzeitig abschalten, wenn es zu Netzstörungen kommt.

Als die Nachrüstung im vergangenen Jahr begann, kam es zu Startschwierigkeiten. Die Fragebögen, die die Netzbetreiber an die Anlagenbetreiber versendet hatten, wurden vielfach fehlerhaft zurückgeschickt. Neuen Schwung gab es durch internetgestützte Ausfüllhilfen. Die Fehlerquote bei den Fragebögen ist seither nicht mehr so hoch. Die erste Nachrüstungswelle betraf vor allem die großen PV-Anlagen mit einer Leistung von über 100 kWp. Jetzt sind die Anlagen von zehn bis 30 kWp und die mittelgroßen von 30 bis 100 kWp an der Reihe. Das heißt, nun steht auch die Nachrüstung einiger klassischer Dachanlagen privater Betreiber an.AEE_50,2Hz_Umruestung_Apr14_72dpi

Warum ist die 50,2 Hz-Umrüstung nötig?

In der Vergangenheit war vorgeschrieben, dass sich PV-Anlagen bei einer erhöhten Netzfrequenz von 50,2 Hz sicherheitshalber automatisch abschalten, um die Netze nicht zu überlasten. In Deutschland sind über 400.000 Photovoltaikanlagen mit dieser Vorkehrung ausgestattet. Wenn sich viele dieser Anlagen jedoch z.B. aufgrund eines Netzfehlers gleichzeitig abschalten, so könnte auf einen Schlag statt zu viel Strom zu wenig im Netz sein. Nach der Nachrüstung werden sich die Solarstromanlagen schrittweise kontrolliert abschalten und damit zur Netzstabilität beitragen. Die Anlagenbetreiber haben keine Nachteile durch diese Änderung.

Wie läuft die Nachrüstung ab?

Fragebogen ausfüllen
Betroffene Anlagenbesitzer werden von ihrem Netzbetreiber angeschrieben. Innerhalb von vier Wochen müssen sie einen dem Anschreiben beiligenden Fragebogen zurückschicken.

Nachrüstung erfolgt durch Handwerker
In der Regel stellt der Netzbetreiber den Handwerker. Die Anlagenbesitzer können eine geschulte Fachkraft auch selber wählen, müssen aber Mehrkosten gegebenenfalls selber zahlen.

Bis wann muss wer nachrüsten?

Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kWp (Inbetriebnahme nach dem 30.4.2001 und 1.1.2012)
bis zum 31.8.2013 (bis auf wenige Fälle abgeschlossen)

Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kWp (Inbetriebnahme nach dem 30.4.2001 und vor 1.1.2009)
bis zum 31.5.2014

Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 10 kWp (Inbetriebnahme nach dem 31.8.2005 und vor dem 1.1.2012)
bis zum 31.12.2014