22 Millionen Menschen leben die Energiewende

Auf dem fünften Kongress „100%-Erneuerbare-Energie-Regionen“ werden erfolgreiche Energie-Kommunen ausgezeichnet und mögliche Auswirkungen der Wahl auf die dezentrale Energiewende diskutiert.

Kassel, 24. September 2013. In Kassel beginnt heute der Kongress „100%-Erneuerbare-Energie-Regionen“. Bereits zum fünften Mal treffen sich Vertreter aus Forschung, Wirtschaft und kommunaler Praxis beim bundesweit größten Kongress zum Thema „Energiewende in den Regionen und Kommunen“ zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und Fachdiskurs. Kurz nach den Wahlen im Bund und in Hessen steht dabei auch die zukünftige Ausrichtung der Energiepolitik im Fokus der Diskussionen: „Für die weitere Umsetzung der Energiewende unter breiter Bürgerbeteiligung ist die Beibehaltung der Grundprinzipien des Erneuerbare Energien Gesetzes zwingend notwendig. Ohne Mindestpreise und einen Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien werden sich kaum mehr Bürgerinnen und Bürger finden, die ihr privates Geld in die Energiewende investieren“, so Dr. Martin Hoppe-Kilpper, Geschäftsführer von deENet Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien e.V. und IdE Institut dezentrale Energietechnologien gemeinnützige GmbH.

Kommunen und Regionen setzen sich das Ziel, sich zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien zu versorgen

Die Energiewende in Deutschland ist gerade auf dezentraler Ebene ein voller Erfolg. Immer mehr Kommunen und Regionen setzen sich das Ziel, sich zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien zu versorgen. Das Netzwerk der 100ee-Regionen, welches von IdE koordiniert wird, ist auf mittlerweile 138 Landkreise, Gemeinden und Regionalverbünde angewachsen. In ihnen leben mehr als 20 Millionen Menschen und damit ein Viertel der gesamtdeutschen Bevölkerung. Auf dem Kongress werden die Region Hannover, der Rhein-Hunsrück-Kreis, der Wetteraukreis, die Landkreise Cuxhaven, Saarlouis, Brandis, Teltow-Fläming und Osterholz sowie die Stadt Osnabrück und der Flecken Steyerberg als 100ee-Regionen ausgezeichnet. „Mehr als 20 Millionen und damit ein Viertel der gesamtdeutschen Bevölkerung leben die Energiewende,“ erläutert Dr. Hoppe-Kilpper.

Umbau der Energieversorgung zum Nutzen für die regionale Wirtschaft und die Menschen

Das nordrhein-westfälische Saerbeck erhält zudem den Titel „Energie-Kommune des Jahres 2013“ von der Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE) aus Berlin verliehen. „Saerbeck setzt die kommunalen Handlungsmöglichkeiten beim Umbau der Energieversorgung zum Nutzen für die regionale Wirtschaft und die Menschen vor Ort ein“, begründet Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE die Auszeichnung. „Die kommende Bundesregierung sollte darauf achten, dass die Erneuerbaren Energien als Wirtschaftsmotor für den ländlichen Raum nicht ins Stocken geraten.“ Die direkte Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien für das Jahr 2012 summiert sich einer aktuellen Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung zufolge bundesweit auf 16,9 Milliarden Euro. Die kommunale Wertschöpfung davon beträgt 11,1 Milliarden.

Vorbild für europäische Nachbarstaaten

Der Erfolg der dezentralen Energiewende in Deutschland dient auch vielen Kommunen der europäischen Nachbarstaaten als Vorbild. „Wir freuen uns, dass die Bewertungsmaßstäbe zur Aufnahme in das deutsche 100ee-Netzwerk, auch für ein europäisches Netzwerk übernommen wurden“, meint Dr. Hoppe-Kilpper. Im Europa-Projekt „100-RES-Communities“ übernehmen viele deutsche Regionen eine Mentorenrolle, um den Wandel der Energieversorgung in anderen europäischen Kommunen und Regionen zu betreuen. Die Energie-Kommune Saerbeck wird auf dem Kongress daher auch als „Champion“ in der „Champions League“ aus 12 europäischen Ländern ausgezeichnet. Neben Saerbeck erhalten auch Wildpoldsried und Wangen i. Allgäu die Auszeichnung als „Champion“.

verlässliche Rahmenbedingungen von der kommenden Bundesregierung gefordert

„Die Bedeutung der Kommunen und Regionen für den Umbau der Energieversorgung ist nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene anerkannt, sondern wird auch von den Menschen gefordert“, erklärt Philipp Vohrer. „Unterschiedliche Umfragen zeigen, dass ein großer Teil der Deutschen die Kompetenz der Energiewende bei den Kommunen sieht“, so Vohrer. „Daher braucht es von der kommenden Bundesregierung auch verlässliche Rahmenbedingungen, damit Kommunen und Bürger zum Gelingen der Energiewende beitragen können“, so Vohrer. „Auch Bürgerprojekte wie Energiegenossenschaften und private Anlagen sollten nicht in Frage stehen, denn Sie sind Träger und Treiber der Energiewende.“

Neben den langjährigen Veranstaltern deENet und AEE wird der Kongress „100%-Erneuerbare-Energie-Regionen“ erstmals auch vom Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV) mitveranstaltet. Das Umweltbundesamt begleitet und berät den Kongress fachlich.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter: www.100-ee-kongress.de
Eine ausführliche Karte zu den 100ee-Regionen finden Sie unter: www.100-ee.de
Weitere Informationen zu den „Energie-Kommunen“ finden Sie unter: www.kommunal-erneuerbar.de

Pressekontakt:
Stefanie Roth
deENet Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien e.V.
Telefon: 0561 788 096-18
E-Mail: s.roth@deenet.org

Benjamin Dannemann
Agentur für Erneuerbare Energie e.V.
Telefon: 030 200 535-47
E-Mail: b.dannemann@unendlich-viel-energie.de

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